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So öppis!
Lügen habe kurze Beine
Ein Kaufmann wollte einmal auf Reisen gehen. Um nicht sein ganzes Vermögen mitnehmen zu müssen, bat er seinen Freund: „Heb mir bitte diesen Sack Silbertaler auf bis ich zurück bin.
Als er nach einiger Zeit zurückkehrte und bei seinem Freund die Silbertaler abholen wollte, sprach dieser: „Die Mäuse haben alles gefressen.“ Der Kaufmann entgegnete: „Ja, ich habe auch schon gehört, dass es Mäuse gibt, die Metall fressen.“
De Freund freute sich, und der Kaufmann ging nach Hause. Unterwegs traf er den kleinen Sohn seines Freundes und er nahm ihn mit in seine Wohnung.
Am andern Morgen kam der Freund ganz aufgeregt zu dem Kaufmann und frage: „Ich vermisse meinen Sohn. Hast du ihn gesehen?“
Der Kaufmann erwiderte: „Gestern sah ich einen Falken, der einen Knaben mit sich trug. Vielleicht war das dein Junge?“
Da rief der Freund: „Hat man schon jemals so etwas Dummes gehört? Seit wann rauben Falken Kinder?“
Der Kaufmann entgegnete ruhig: „In einem Land, wo Mäuse Silber fressen, darf man sich über nichts wundern.“

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Neulich an der Tankstelle...
Gertrud erinnert sich noch gut an das Ereignis, für das sie sich heute noch zutiefst schämt, wenn sie daran denkt. Sie erinnert sich daran, dass sie an einer Tankstelle zur gleichen Zeit tanken und am gleich nebenan gelegenen Geldautomaten ein paar Hunderter beziehen wollte. Sie erinnert sich daran, dass sie wegen Ueberschreitens der Bezugslimite auf eine andere Kontokarte wechseln musste, überlegt hatte, was der Grund für die Ueberschreitung hatte sein können und wegen dieser Ueberlegungen ganz vergessen hatte, dass sie ja auch noch getankt hatte. Sie erinnert sich daran, dass sie sich in Gedanken verloren ins Auto gesetzt hatte und abfahren wollte, ohne den Einfüllstutzen aus dem Tank herauszunehmen und an die Tanksäule zurück zu hängen. Sie erinnert sich des kopfschüttelnden Kunden hinter ihr, der gehupt und sie auf die peinliche Situation aufmerksam gemacht hatte. Und sie erinnert sich ganz genau des Gefühls, im Boden versinken zu wollen, um die Peinlichkeit des Momentes nicht durchstehen zu müssen.
Nun steht sie wieder an derselben Tankstelle. Wieder möchte sie die beiden Arbeitsvorgänge Tanken und Geld Beziehen parallel erledigen. Und wie jedes Mal, wenn sie seit jenem Ereignis an dieser Tankstelle tankte, denkt sie sich, dass ihr jenes Malheur bestimmt nie mehr passieren wird. Sie denkt dies mit einem innerlichen Lächeln über sich selbst. Immer, für den ganzen Rest ihres Lebens, wird sie sich, bevor sie abfahren wird, vergewissern, dass der Schlauch auch tatsächlich an der Tanksäule hängt.
Das Benzin läuft. Sie lässt das Metallteil im Stutzen einrasten, so dass der Treibstoff fliesst, ohne dass sie den Stutzen halten muss. Und sie geht zum Automaten, um drei Hunderter zu beziehen. Wieder drängt sich ihr jene Situation in Erinnerung; wieder sieht sie das spöttische, verständnislose Kopfschütteln jenes jungen Mannes, der seinen Kollegen dieses Ereignis bestimmt schon hundertmal erzählt hat als Beispiel für Frauen, die sich besser nie hinter ein Steuer gesetzt hätten. Diesmal gibt der Bildschirm keine Fehlermeldung aus. Alles in Ordnung; der von ihr gewünschte Betrag kann bezogen werden. Während sie zur Säule zurück geht, um den Stutzen zurück an die Säule zu hängen und den Tankdeckel zuzuschrauben (es wird ihr auch nie mehr passieren, diesen auf dem Autodach liegen zu lassen), hält ein junger Mann an der Tankstelle, steigt aus und geht zum Geldautomaten. Gertrud hat nun den Tankvorgang abgeschlossen und will soeben in ihr Auto steigen, als der junge Mann ihr etwas zuruft. Ihr erster Blick geht zur Tanksäule. Nein, diesmal nicht. Der Stutzen ist dort, wo er sein sollte. Dann kommt der junge Mann auf sie zu, lächelt freundlich, Gertrud hört ein „Das ist mir auch schon passiert“, und sieht, wie der junge Mann ihr mit einem verständnisvollen Blick zuwinkt – mit drei Hundertern in seiner Hand...
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Sein und Scheinen - Eine Engelsgeschichte
Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen. Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel:
"Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können?
"Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend. "Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben." "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel.

"Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es
nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."
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Neulich, nach der Schule...
Gertrud möchte ihre Kinder dazu erziehen, dass Geld etwas ist, das man nicht einfach hat und einfach ausgeben kann, sondern etwas, wofür gearbeitet werden muss. Damit es deswegen auch nicht so schnell ausgegeben wird. Sie selbst hat als Kind auf vieles verzichten müssen, da ihre Eltern immer darauf achten mussten, allen Kindern das Nötigste kaufen zu können. Gertrud und ihrem Mann fehlt es finanziell an nichts. Sie könnten ihren zwei Töchterchen problemlos (noch) alle Wünsche erfüllen. Doch das wollen sie eben nicht.
Die zehnjährige Lea hat seit längerer Zeit einen brennenden Wunsch. Sie möchte gerne einen Hamster. Gertrud hat versucht ihr klar zu machen, dass ein Hamster kein ideales Haustier sei; dass es ein nachtaktives Tier sei, das sich auch nicht gerne streicheln lasse. Doch Lea lässt sich nicht davon abbringen. Wenn Paten oder Grosseltern sie fragen, was sie denn für einen Wunsch habe zu Weihnachten oder zum Geburtstag, bekommen sie stets dieselbe Antwort: „Ich hätte so gerne einen Hamster. Mit einem Käfig, in dem es ein Rad hat, in das der Hamster klettert und dann rennt und dann dreht sich das Rad ganz schnell.“
Nachdem Gertrud zum Schluss gekommen ist, dass es sich bei Leas Wunsch um keinen kurzlebigen handelt, beschliessen sie und ihr Mann, Lea den Hamster, den sie von einer befreundeten Familie kaufen können, zum Geburtstag zu schenken. Den Käfig müsse sie aber selber bezahlen. Lea ist sofort einverstanden damit, dass sie das Geld für den Käfig von ihrem Sparbuch abheben muss.
Gertrud und Lea machen sich an einem schulfreien Nachmittag auf in die Stadt und finden in der Kleintierabteilung eines grossen Warenhauses eine riesige Auswahl an Hamsterkäfigen. Da gibt es kleine Käfige für 48 Franken und De-Luxe-Modelle für 250 Franken. Von dem Modell, in dem sich ein farbiges Kletterrohr in mehreren Windungen durch den grossen Käfig zieht und eine Windung gar aus dem Käfig hinaus und wieder hineinführt, ist Lea fasziniert. Doch als sie sieht, dass es 125 Franken kostet, entscheidet sie sich für das Modell für 83 Franken, mit einem Rädli und einem Leiterli, das auf ein Podest führt, auf dem ein kleines Häuschen steht. Lea legt also die zuvor vom Sparkonto abgehobene Hunderternote auf den Ladentisch und trägt stolz ihren Käfig aus dem Laden hinaus. Gertrud kauft ihr verschiedenes Zubehör wie Futter und Stroh, auch als Geburtstagsgeschenk.
Auf dem Heimweg holen sie bei der befreundeten Familie den Hamster ab, den Lea schon lange zuvor auf den Namen Bäggli getauft hat. Lea ist glücklich. Sie richtet ihrem Bäggli sein neues Zuhause ein und stellt ihm Futter und Wasser bereit. Überglücklich geht sie zu Bett und am nächsten Tag mit strahlender Miene zur Schule. Am Nachmittag kommt Sandra, das Mädchen aus Leas Klasse, das immer die neusten Kleider und die neusten Spielsachen hat, Bäggli besuchen. Sichtbar neidisch darauf, dass Lea etwas hat, was sie nicht hat, rennt sie mit mürrischer Miene aus Leas Zimmer.
Am nächsten Tag trottet Lea mit hängenden Schultern und gesenktem Blick zu Gertrud in die Küche. „Mami, Sandra hat auch einen Hamster bekommen. Und sie hat den grossen Käfig, den mit den Rohren.“ Gertrud kann dazu nichts sagen. Wut steigt in ihr auf – natürlich hätten sie Lea auch den grossen Käfig kaufen können. Doch ihr fällt nicht ein, wie sie Lea trösten könnte. Da hellt sich Leas Miene plötzlich auf und sie sagt: „Aber ich habe meinen Bäggli viel lieber.“
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Das Hochzeitsgeschenk
Die Brautleute hatten nicht viel Geld, aber dennoch waren sie der Meinung, dass viele Menschen mitfeiern sollten. Geteilte Freude ist doppelte Freude, dachten sie. Es sollte ein großes Fest werden, beschlossen sie, mit vielen Gästen. Denn warum sollte unsere Freude nicht ansteckend sein? - fragten sie sich. Es herrscht unter den Menschen ohnehin mehr Leid als Freude. Also baten sie die Eingeladenen, je eine Flasche Wein mitzubringen. Am Eingang würde ein großes Fass stehen, in das sie ihren Wein gießen könnten; und so sollte jeder die Gabe des anderen trinken und jeder mit jedem froh und ausgelassen sein.
Als nun das Fest eröffnet wurde, liefen die Kellner zu dem großen Fass und schöpften daraus. Doch wie groß war das Erschrecken aller, als sie merkten, dass es Wasser war. Versteinert saßen oder standen sie da, als ihnen bewusst wurde, dass eben jeder gedacht hatte: Die eine Flasche Wasser, die ich hinein gieße, wird niemand merken oder schmecken. Nun aber wussten sie, dass jeder so gedacht hatte: Heute will ich mal auf Kosten anderer feiern. Unruhe, Unsicherheit und Scham erfasste alle, nicht nur, weil es lediglich Wasser zu trinken gab.
Und als um Mitternacht das Flötenspiel verstummte, gingen sie alle schweigend nach Hause, und jeder wusste: Das Fest hatte nicht stattgefunden.
http:// Willi Hoffsümmer
Gut und Böse
Der kleine Indianerjunge sass mit seinem Grossvater, einem sehr weisen alten Mann, am Lagerfeuer.
„Grossvater, ich habe eine Frage.“
Der Grossvater schaute seinen Enkel an und zog an seiner Tabakpfeife.
„Grossvater, ich habe das Gefühl, dass in mir zwei Tiere wohnen, die immer miteinander kämpfen. Das eine Tier ist lieb. Wenn es gewinnt, helfe ich meiner Mutter beim Essen zubereiten. Ich flechte meiner Schwester ihre Zöpfe. Ich flicke die Steinschleuder meines Bruders und ich fühle mich glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Doch wenn das andere Tier gewinnt, das böse, dann möchte ich den ganzen Tag mit meinen Geschwistern streiten. Ich möchte Dinge kaputt machen. Ich renne davon, wenn meine Mutter möchte, dass ich ihr etwas helfe. Und ich fühle mich unzufrieden und traurig. Ich möchte lieber, dass das gute Tier gewinnt. Doch was kann ich tun? Weshalb gewinnt manchmal das eine und manchmal das andere?"
Der Grossvater schaute seinen Enkel nachdenklich an und sagte schliesslich: „Dasjenige Tier wird gewinnen, welches du fütterst.“

(Unbekannt)
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Moderne Märchen
Wer kennt die Antwort?

1. Teenager hilft einer alten Frau beim Betten machen und wird mit Edelmetall belohnt.

2. Edelmetallfacharbeiter will anonym bleiben und läuft Amok bei der Durchsetzung überhöhter Lohnforderungen.

3. Jungfacharbeiter verliert auf dem Schwarzmarkt seinen Nettolohn und gewinnt dadurch seine Unabhängigkeit zurück.

4. Handwerkersöhne konnten nach einigen Lehrjahren den Eltern sorgenfreies Rentnerleben garantieren.

5. Kindergärtnerin überlebt dreifachen Mordversuch und heiratet reichen Junggesellen.

6. Eingesperrte Vegetarierin verschafft sich über Spezialstricke sexuelle Befriedigung.

7. Durch Tötung der Verbrecherin konnten sich selbst zwei ausgesetzte Kinder im Wald befreien.

8. Spezialistin mit erhaltener Fachausbildung für Hülsenfrüchte und Kinderschuhgrößen macht Karriere.

9. Trachtenkleid tragende Schülerin eilt durch den Thüringer Wald, will Altenhilfe leisten, wird aber von wilder Bestie gestoppt.

10. Junges Mädchen fällt durch einen Arbeitsunfall in Vollnarkose und wird durch Mund- zu-Mund-Beatmung gerettet.

11. Norddeutsche Beatgruppe verschafft sich Ferienplatz in waldreicher Gegend.

12. Teenager mit Liebeskummer verliert edelmetallenes Spielzeug und muß dafür fürchterlichen Retter in Kauf nehmen.

13. Fein rausgeputzter „Möchte-Groß" vernascht durch Zufall bösen Zauberer und gewinnt durch seine Tat ein Märchenschloß.

14. Eingebildete Schülerin verschafft sich durch Spott und Ironie Platz neben wohlerzogenen Bettler.

15. Eiskalte Frau entführt kleinen Liebhaber, verliert aber durch die Wärme einer tapferen Fürsorgerin ihr Gesicht.

16. Kleines Nesthäkchen hat panische Angst und versteckt sich im großen Kasten.

17. Spitzbärtiger Junggeselle verschafft sich mit besonderem Gürtel sorgenfreies Leben.

18. Stumme Blondine umstrickt ihre gefiederten Freunde und kehrt als Königin heim.

19. Kleines Volk bleibt aus Geiz und Habsucht solange am Weihnachtsbraten kleben, bis die Prinzessin lacht.

20. Verwünschte Bestie und vertauschter Königssohn fürchten sich nicht vor Zwerg im Berg und werden durch die Liebe zweier einfacher Tagelöhnerinnen gerettet.

21. Mutiger Jüngling bekämpft böse Zauberei mit Hilfe eines Beleuchtungsgerätes und verdient sich dadurch die Liebe einer Prinzessin.

22. Grenzenlose Eitelkeit eines reichen Angebers wird von zwei schamlosen Landstreichern total ausgenutzt.

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Antworten:
1. Frau Holle; 2. Rumpelstilzchen; 3. Hans im Glück; 4. Tischlein deck dich; 5.Schneewittchen; 6. Rapunzel; 7. Hänsel und Gretel; 8. Aschenputtel; 9. Rotkäppchen; 10. Dornröschen; 11. Bremer Stadtmusikanten; 12. Froschkönig; 13. Der gestiefelte Kater; 14. König Drosselbart; 15. Schneekönigin; 16. Der Wolf und die 7 Geißlein; 17. Das tapfere Schneiderlein; 18. Die wilden Schwäne; 19. Die goldene Gans; 20. Schneeweißchen und Rosenrot; 21. Aladin und die Wunderlampe; 22. Des Kaisers neue Kleider

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Vater-Sohn-Dialog
„Wohin willst du?“, fragte der Vater.
Benjamin hielt die Türklinke fest. „Raus“, sagte er.
„Wohin raus?“, fragte der Vater.
„Na so“, sagte Benjamin.
„Und mit wem?“, fragte der Vater. „Um es klar auszusprechen, ich will nicht, dass du mit diesem Josef rumziehst!“
„Warum?“, fragte Benjamin.
„Weil er nicht gut für dich ist,“ sagte der Vater.
Benjamin sah den Vater an.
„Weißt doch selber, dass dieser Josef ein... na, sagen wir, ein geistig zurückgebliebenes Kind ist“, sagte der Vater.
„Der Josef ist aber in Ordnung“, sagte Benjamin.
„Möglich, aber was kannst du schon von ihm lernen?“
„Ich will doch nichts von ihm lernen“, erwiderte Benjamin.
„Man sollte von jedem, mit dem man umgeht, etwas lernen können“, sagte der Vater.
Benjamin liess die Türklinke los.
„Ich lerne von ihm Schiffchen aus Papier zu falten“, sagte er.
„Das konntest du mit vier Jahren schon“, sagte der Vater.
„Ich hatte es aber wieder vergessen“, sagte Benjamin.
„Und sonst?“, fragte der Vater, „was macht ihr sonst?“
„Wir laufen rum. Sehen uns alles an und so.“
„Kannst du das nicht auch mit einem anderen Kind zusammen tun?“
„Doch – aber Josef sieht mehr“, sagte er dann.
„Was?“, fragte der Vater. „Was sieht der Josef?“
„So Zeugs“, sagte Benjamin. „Blätter und so. Steine. Ganz tolle. Und er weiss, wo Katzen sind. Und die kommen, wenn er sie ruft.“
„Hm“, sagte der Vater. „Pass mal auf. Es ist im Leben wichtig, dass man sich immer nach oben orientiert.“
„Was heisst das, sich nach oben orientieren?“
„Das heisst, dass man sich Freunde suchen soll, zu denen man aufblicken kann. Freunde, von denen man etwas lernen kann. Weil sie vielleicht ein bisschen klüger sind als man selber.“
Benjamin blieb lange still.
„Aber“, sagte er endlich, „wenn du meinst, dass der Josef dümmer ist als ich, dann ist es doch gut für den Josef, dass er mich hat, oder?“

(Heiho Kalender 2003, A-Fügen)
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Du bist Web-süchtig, wenn... (Fortsetzung)
... wenn deine Katze ihre eigene Homepage hat.

... wenn du dich selbst mit "Name at Desktop punkt Co punkt at" vorstellst.

... wenn alle deine Freunde ein @ in ihren Namen haben.

... wenn du deine Mutter nicht anrufen kannst ... weil sie kein Modem hat.

... wenn du deine e-Mail checkst und die Software sagt: "Keine neuen Nachrichten." und du darauf hin sofort nochmals die e-Mail checkst.

... wenn deine Telefonrechnung samt Verbindungsaufstellung in einem Paket kommt.

... wenn du das Geschlecht deiner besten Freunde nicht kennst, weil sie neutrale Spitznamen haben und du noch nie daran gedacht hast sie zu fragen.

... wenn du in deinem neuen Haus einziehst und zuerst in Netscape einsteigst, bevor du dir die Gegend anschaust.

... wenn du dem Taxifahrer sagst, du wohnst in "http://1010.wien.universitätsstraße 7/haus/weiß.html."

... wenn du beginnst, deinen Kopf, während du grinst, zur Seite zu neigen :-)
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Du bist Web-süchtig, wenn...
... wenn du um 3 Uhr früh aufwachst und beim Rückweg vom Bad zum Bett deine e-Mail checkst.

... wenn du ein Tattoo hast, auf dem steht: dieser Körper kann am besten mit dem Netscape Navigator 2.0 oder höher betrachtet werden.

... wenn deine Kinder Eudora, Mozillia und Dotcom heißen.

... wenn die halbe Zeit deiner Flugreise dein Laptop auf den Knien und dein Kind im Oberkopf - Gepäckfach liegt.

... wenn du zwei Jahre länger studierst, weil du dort einen kostenlosen e-Mail- und Netzzugang hast.

... wenn Du Leute auslachst, du nur ein 9600-baud-Modem haben.

... du bei deiner traditionellen Post Smilies verwendest.

... wenn du zwei Stunden nach einem Totalcrasch deines Systems verzweifelt die Modemnummer deines Providers anwählst und versuchst, direkt mit dem dortigen Modem zu kommunizieren - und es dir gelingt...

... wenn du ein com nach jedem Punkt in deiner Textverarbeitungssoftware tippst.com

... wenn du den Gang zur Toilette als "herunterladen" bezeichnest.
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Genau so war das doch!
An alle, die die 50er-, 60er- oder 70er-Jahre als Kind erlebt haben:

1. Als Kinder sassen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.

2. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.

3. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.

4. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen.

5. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

6. Wir tranken Wasser ab „de Röhre“ und nicht aus Flaschen.

7. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

8. Wir verliessen morgens das Haus zum Spielen, blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Strassenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren. Wir hatten nicht einmal ein Handy dabei!

9. Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld ausser wir selbst.

10. Wir assen Guetzli, Brot mit viel Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick.
11. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche, und niemand starb an den Folgen.

12. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet.

13. Wir trafen unsere Freunde auf der Strasse. Oder wir marschierten einfach zu ihnen nach Hause und läuteten. Keiner brachte uns, keiner holte uns.

14. Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Ausserdem assen wir Würmer. Die lebten nicht für immer in unseren Mägen weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.

15. Beim Strassenfussball durfte nur mitmachen, wer gut war.

16. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden.

17. Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstossen hat, war klar, dass die Eltern ihm nicht aus dem Schlamassel heraushalfen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei!

18. Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen.

Kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!


(anonymer E-Mail-Absender)
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Vier Kerzen am Adventskranz
Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte: Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht. Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: Ich heiße Glauben, aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne. Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen. Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an und sagte: Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!

Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: Hab nur keine Angst! So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

(Quelle: www.delernen.de)
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Fakten zu Coca Cola
Um eine Toilette zu reinigen: Leere eine Büchse Cola in die Toilette. Lass es eine Stunde einwirken. Dann spüle.

Um Rostflecken von Autobeulen zu entfernen: Reibe die Beule mit einem zerknüllten Stück Aluminiumfolie ab, die in Cola getaucht wurde.

Um Rost von Autobatterie-Polen zu entfernen: Leere eine Dose Cola über die Pole, um den Rost wegzukriegen.

Um eine rostige Schraube zu lösen: Einen mit Cola getränkten Lappen für einige Minuten auf die rostige Schraube legen.

Um Fett von Kleidern zu entfernen: Leere eine Büchse Cola auf einen Haufen fettiger Kleider, gebe Waschmittel dazu und wasche die Kleider normal in der Waschmaschine. Das Cola wird helfen, die Fettflecken zu lösen.

Cola wird auch die Windschutzscheibe von Strassenstaub befreien.

In vielen Staaten führt die Autobahnpolizei in ihren Autos zwei Gallonen Cola mit, um nach einem Verkehrsunfall die Strasse vom Blut zu befreien.

Wenn du einen abgebrochenen Zahn in Cola einlegst, wird er sich in 10 Tagen vollständig aufgelöst haben!

Und das ist der Gipfel:In einer Universität in Delhi wurde folgender Wettbewerb durchgeführt: "Wer kann am meisten Cola trinken". Der Gewinner trank 8 Flaschen und starb auf der Stelle, weil er zuviel Kohlendioxyd im Blut hatte und zu wenig Sauerstoff!!!

Und wir trinken dieses Zeug?

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Lebensweisheiten
Deo-Spray brennt nicht in den Augen, wenn man es unter den Armen benutzt.

Für einen Anlass gibt es immer eine Gelegenheit.

Lieber eine ausgefallene Frisur als ausgefallene Haare.

Zitronenmarmelade schmeckt viel süsser, wenn man statt Zitronen Kirschen einkocht.

Der liebe Gott weiss alles – die Nachbarschaft noch mehr.

Der Kreis heisst Kreis, weil er um die Ecken einen Bogen macht.

Volltanken kommt erheblich billiger, wenn man einen kleineren Tank einbaut.

Ein gesundes Vorurteil erleichtert die Entscheidung ungemein.

Teigwaren heissen Teigwaren, weil Teigwaren mal Teig waren.

Der natürliche Aufenthaltsort des Schweines ist der menschliche Magen.

Und: Warum muss man für den Besuch beim Hellseher eigentlich einen Termin haben???

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Schpiik you Englisch - III
With you is not good cherry eating.

The eveningly homeway in the pushtime makes me noodlefinished.

He is a hare-foot and beyond of good and nasty.

I have yet a little chicken with you to pluck.

He is quite out of the little house.

He makes her hotly the court and she shows him the cold shoulder.

Stop hacking around on me.

Play not the offended liversausage.

Slowly but surely this all hangs us to the neck out.




Mit dir ist nicht gut Kirschen essen.

Der abendliche Heimweg in der Stosszeit macht mich nudelfertig.

Er ist ein Hasenfuss und jenseits von Gut und Böse.

Ich habe noch ein Hühnchen mit dir zu rupfen.

Er ist ganz aus dem Häuschen.

Er macht ihr heftig den Hof und sie zeigt ihm die kalte Schulter.

Hör auf auf mir herumzuhacken.

Spiel nicht die beleidigte Leberwurst.

Langsam aber sicher hängt uns das alles zum Hals heraus.
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Gestern - Heute - Morgen
Es gibt zwei Tage in jeder Woche
über die wir uns keine Gedanken machen sollten,
zwei Tage, die frei sein sollten
von Angst und Besorgnis.

Einer dieser Tage ist Gestern,
mit all seinen Fehlern und Sorgen,
seiner Schuld und seinen Schnitzern,
seinem Schmerz und Kummer.

Gestern ist vorbei für immer, ausserhalb unserer Kontrolle.
Alles Geld in der Welt
kann uns Gestern nicht zurück bringen.
Wir können nichts ungeschehen machen
was wir getan haben;
wir können kein Wort auslöschendas wir gesagt haben.
Gestern ist für immer vorbei.

Der andere Tag, um den wir uns keine Sorgen machen sollten,
ist Morgen;
mit all seinem möglichen Unglück,
seinen Lasten, seiner grossen Aussicht,
und deren armseligen Ausführung;
Morgen ist auch ausserhalb
unserer unmittelbaren Kontrolle.

Die Sonne von Morgen wird aufgehen,
entweder in Glanz oder
hinter einer Maske von Wolken,
aber sie wird aufgehen.
Bis sie es tut,haben wir keinen Spieleinsatz für Morgen,
da er zuerst geboren werden muss.

Also bleibt nur ein Tag übrig;HEUTE.
Jeder kann die Schlacht nur eines Tages kämpfen.
Nur wenn du und ich die Last dieser zwei
furchtbaren Ewigkeiten zusammenfügen - Gestern und Morgen -werden wir zusammenbrechen.

Es ist nicht die Erfahrung von Heute,
die einen Menschen verrückt macht,
es ist die Reue oder Bitterkeit
über etwas, das Gestern passiert ist
und die Furcht, was Morgen bringen könnte.

Lasst uns deshalb nur einen Tag auf einmal leben Unbekannt

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Schpiik you English? - II
What he said was a liquor-idea and went fully into the trousers.

Make not so a thick neck – or I give you a couple behind the spoons.

Who others in the nose digs is self a pig.

Yesterday she gave me a earfig. Now I have the nose full of her.

Nothing others stays me left: I am and stay a slipper-hero.

This curls no dog behind the oven before!

Your upmaking at Jim’s Party fell completely out of the frame.

I get fox-devils wild if you make me to the pig!

Care for numberrich aftergrowth. It makes the childrencar-industry happy.





Was er sagte, war eine Schnapsidee und ging voll in die Hosen.

Mach nicht so einen dicken Hals – oder ich gebe dir ein paar hinter die Löffel.

Wer andern in der Nase gräbt ist selbst ein Schwein.

Gestern gab sie mir eine Ohrfeige. Jetzt habe ich die Nase voll von ihr.

Nichts anderes bleibt mir übrig: Ich bin und bleibe ein Pantoffelheld.

Das lockt keinen Hund hinter dem Ofen hervor!

Deine Aufmachung an Jims Feier fiel komplett aus dem Rahmen.

Ich werde fuchsteufelswild wenn du mich zur Sau machst.

Sorge für zahlreichen Nachwuchs. Es macht die Kinderwagenindustrie glücklich.
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Schpiik you English?
Who others a pit dig, falls himself into.

It is not to catch what for a long leading you have.

In the shortness lies the spice.

Cut off! The bulls dive up!

The most Sunday children are lucky mushrooms.

You mean I have not all cups in the closet? Far missed, far missed!

Be not so unashamed! Or I show you where the hammer hangs!

Holy Strawbag! Make not always a twenty-after-eight-snout!

The tales of your side-jumps go me mighty on the alarm-clock!




(Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Es ist nicht zu fassen was für eine lange Leitung du hast.

In der Kürze liegt die Würze.

Hau ab! Die Bullen tauchen auf!

Die meisten Sonntagskinder sind Glückspilze.

Du meinst, ich habe nicht alle Tassen im Schrank? Weit gefehlt, weit gefehlt!

Sei nicht so unverschämt! Oder ich zeige dir wo der Hammer hängt!

Heiliger Strohsack! Mach nicht immer eine zwanzig-nach-acht-Schnore!

Die Märchen über deine Seitensprünge gehen mir mächtig auf den Wecker!)
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Ein höllisches Leben
Ein Mann träumte. Er war gestorben und befand sich in einer herrlichen Landschaft. Er rief: „Ist da jemand? Ich möchte etwas essen.“ Eine weiss gekleidete, freundliche Gestalt erschien und stellte dem Hungrigen flugs ein Mahl nach seinen Wünschen zusammen.
Dieser speiste und rief nach einer Weile: „He! Golf würde ich gerne spielen.“ Schon stand er auf einem wunderschönen Golfplatz, Schläger und Bälle waren griffbereit. Der Mann spielte, ass wieder und schlenderte weiter. Er erhielt alles, was sein Herz begehrte.
Doch eines Tages war alle Freude von ihm gewichen. Er klagte: „Ich habe dieses Leben hier satt – gib mir etwas zu arbeiten!“ – „Bedaure“, erwiderte der Weisse, „Arbeit, das ist das Einzige, was ich dir nicht bieten kann.“
„Dann pfeife ich auf den Laden hier“, schrie der Mann, „schick mich in die Hölle!“ Der andere lächelte: „Wo glaubst du eigentlich, dass du bist?“


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Neulich an der Tankstelle...
Gertrud ist keine Feministin. Sie ist sich der Nachteile bewusst, die das Frausein mit sich bringt, doch sie sieht auch die Vorteile, die sie stets nützt und geniesst. Worüber sie sich aber doch manchmal ärgert, sind die dummen Sprüche über autofahrende Frauen, die Männer so gerne machen. Oft erhält sie über elektronische Post „lustige“ Bilder, die Autos in den verrücktesten Situationen zeigen. Dem Betrachter soll dann klar sein, dass dieses Auto nur von einer Frau hatte gefahren werden können. Und dabei gibt es doch ganz klare Statistiken, die beweisen, dass Frau weniger und weniger schlimme Unfälle verursacht als Mann.
Kürzlich musste Gertrud Benzin tanken. An einer oft von ihr benützten Tankstelle hatte es seit neustem zusätzlich einen Geldautomaten. Dies war der Grund, dass Gertrud diesen Ort wählte, da neben dem Treibstoff auch ihr Bargeld knapp geworden war. Da sie zudem auch immer knapp an Zeit war, begrüsste sie es sehr, wenn zwei Arbeiten zur selben Zeit erledigt werden konnten. Sie fütterte also den Tankautomaten mit Geld, führte den Einfüllstutzen in die Tanköffnung und liess das Metallteil einrasten, das ihr erlauben würde, den Stutzen loszulassen, ohne dass der Benzinfluss stoppte. Er würde dies erst, wenn Benzin für den bezahlten Betrag herausgeflossen war.
Währenddem ihr Tank sich füllte, ging sie zum Geldautomaten, zückte ihre Bankkarte und gab den Code und den gewünschten Geldbetrag ein. Doch statt der Banknoten erschien eine Meldung, die besagte, dass der gewünschte Betrag nicht verfügbar sei. Gertrud wählte das Hauptmenü und von dort die Funktion zur Überprüfung des Kontosaldos. Das hatte sie sich doch gedacht. Da war wirklich noch genügend Geld auf dem Konto. Doch dann erinnerte sie sich daran, dass sie dem Konto irgendwann einmal aus Sicherheitsgründen eine monatliche Limite hatte auferlegen lassen, die sie nun wohl überschritten hatte.
Mit einer anderen Bankkarte, die eigentlich für andere Zwecke gedacht war, konnte Gertrud dann doch das benötigte Bargeld beziehen. Währenddem sie zum Auto zurückging, überlegte sie sich, ob sie die Limite nicht erhöhen oder gar wieder entfernen solle. Sie setzte sich hinter das Steuerrad, startete den Motor und fuhr langsam an – als hinter ihr ein Hupen ertönte. Was ist denn jetzt schon wieder, dachte sie ungeduldig und schaute in den Rückspiegel.
Es gibt Eindrücke, die sind so intensiv, dass man sie sein ganzes Leben lang nicht vergessen wird. Nie wird Gertrud das Bild vergessen, das sich ihr bot: Von der Tankstelle hing der Benzinschlauch von der Säule hinunter; wie eine Schlange, die Gertruds Auto hatte nachkriechen wollen. Ein paar Meter hinter dem ihrigen sah sie ein Auto, in dem ein Mann sass, der den Kopf schüttelte. Gertrud stieg aus. Sie hängte den Schlauch an die Säule und schraubte den Tank mit dem Deckel zu, der sich immer noch auf dem Autodach befand. Sie blickte kopfschüttelnd, aber lachend Richtung Mann, der seinen Kopf auch schüttelte, aber nicht lachte – woraus Gertrud folgerte, dass er die Situation überhaupt nicht lustig fand.
Im Gegensatz zu Gertrud, die während des ganzen Heimweges über sich selber lachen musste und sich fragte, ob die dummen Sprüche nicht doch ein wenig berechtigt seien...
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Behördenwahnsinn - ein paar Müsterchen
Behördliche Beglaubigung:
Das Bürgermeisteramt bestätigt hierdurch, dass die Bäuerin
Mathilde Koch
von Ratten befallen ist. Da dieselbe einen anständigen Lebenswandel führt,
kann man ihr Gift geben.


Verordnung des Standesamtes der Stadt Bruchsal:
Für Geburten sind die Wochentage Dienstag und Donnerstag
morgens 9-12 Uhr festgesetzt.


Bericht 13 des Gerichtsvollziehers:
Gegen den Kostenschuldner August Schultze konnte ich nicht vorgehen, weil er sich bereits in einer anderen Kostensache erhängt hatte. Nachdem ich diese Feststellung gemacht hatte, verliess ich den Ort des Schreckens und ging haarsträubend nach Hause.


21.2.1926; Aktenzeichen G 146a; Ratsschreiber Holmen:
Sehr geehrte Frau Weinerl!
Wir teilen Ihnen mit, dass die Grabstätte neben Ihrem im Jahre 1911 verstorbenen Ehemann anderweitig besetzt wird. Wir bitten Sie höflichst, Ihren Gatten hiervon in Kenntnis zu setzen.
Mit vorzüglicher Hochachtung!


Leumundszeugnis vom: 3.6.1928
Der Heinrich Linse ist seiner Bildung entsprechend ein dummer Mensch. Müterlicherseits ist ihm nichts nachzusagen, väterlicherseits aber sauft er. Leumund hat er fast gar keinen mehr.
Er macht zunächst einen ungünstigen Eindruck, verliert aber bei näherer Bekanntschaft.


Oberrheinische Eisenbahngesellschaft:
Öffentliche Bekanntmachung für Stellwerk VI.

Der Hilfsbetriebsassistent Ludwig Huber wird in eine Geldstrafe von 2 Mark genommen, weil er statt um 6 Uhr um 8 Uhr betrunken zum Dienst erschienen ist.
Der Bahnhofvorsteher


Ratschreiber der Gemeinde Merfeld:
Sehr geehrter Herr Monsch!
Auf Ihren Brief hin teilen wir Ihnen mit, dass unsere Rathausuhr regelmässig geht. Es fehlen ihr nur die Zeiger!
Mit vorzüglicher Hochachtung!

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Coole Mathematik!
Schwindle nicht – befolge die Anweisungen Schritt für Schritt!

Es dauert nur 30 Sekunden...

Befolge alles, währenddem du es liest.

Und blättere nicht weiter, bevor du alles gemacht hast! :-)

1. Denke dir deine Lieblingszahl ( eine Zahl grösser als 1 ).

2. Multipliziere die Zahl mit 2.

3. Addiere 5 dazu.

4. Multipliziere das Resultat mit 50 ( Wahrscheinlich wirst du einen Taschenrechner brauchen... ).

5. Wenn du in diesem Jahr schon Geburtstag gehabt hast, addiere 1753. Wenn nicht, addiere 1752.

6. Nun ziehe vom Resultat die vier Ziffern vom Jahr ab, in dem du geboren bist ( zum Beispiel 1970 ).

Nun SCHAU UNTEN!
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Die erste oder die ersten zwei Ziffern sind die Zahl, die du dir gedacht hast.

Und die restlichen Ziffern sind dein Alter!.

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Coole Sprüche für heisse Tage - II
Rezession ist eine Zeit, in der wir auf Dinge verzichten müssen, die unsere Grosseltern noch nicht einmal kannten.

Lieber Hydrokultur als gar keine Bildung!

Lieber nahtlos braun als kleinkariert.

Wussten Sie schon, dass Apfelstrudel auch für Nichtschwimmer ungefährlich ist?

Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fussstapfen tritt.

95% aller Computerprobleme befinden sich zwischen Tastatur und Stuhl.

EDV = Ende der Vernunft

Wenn du nicht hast, was du liebst, dann musst du lieben, was du hast.

Die Summe der Intelligenz auf unserem Planeten ist eine Konstante. Leider wächst die Bevölkerung...

Vorsicht! Wen der liebe Gott einmal bei der Arbeit erwischt hat, dem schickt er ständig neue!


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Coole Sprüche für heisse Tage
Wie du merkst, dass etwas mit deiner Bikini-Figur nicht stimmt? Wenn du am Strand liegst und Greenpeace-Aktivisten versuchen, dich ins Meer zu schieben.

Der Computer kann alles. Aber sonst nichts.

Moralisten sind Leute, die sich dort kratzen, wo es andere juckt.

Harte Arbeit hat noch niemandem geschadet, aber warum soll ich ein Risiko eingehen?

Besser heimlich schlau als unheimlich blöd.

Wer zuletzt lacht, hat es nicht eher begriffen.

Wo eine Villa ist, ist auch ein Weg.

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Umgekehrt ist’s schon schwieriger.

Mein Lehrer hat keine Ahnung. Dauernd fragt er mich.

Leihen Sie sich Geld immer von Pessimisten – sie erwarten nicht, dass man es ihnen zurückzahlt.

„Let’s fezz!“ sagte der Frosch und sprang in den Ventilator.
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...und nochmals witzige Versicherungsschreiben
Ich habe nicht Fahrerflucht begangen. Ich war zu dem Zeitpunkt so betrunken, dass ich gar nicht fahren konnte.

Ich fand ein großes Schlagloch und blieb in demselben.

Seit der Trennung von meinem Mann wurde jeder notwendige Verkehr durch meinen Rechtsanwalt erledigt.

Da sich der Fußgänger nicht entscheiden konnte, nach welcher Seite er rennen sollte, fuhr ich oben drüber.

Der Kraftsachverständige war völlig ungehalten, als er auf mein Vorderteil blickte ...

Der Fußgänger rannte in mich und verschwand wortlos unter meinem Auto.

Ich fuhr mit meinem Wagen gegen die Leitschiene, überschlug mich und prallte gegen einen Baum; dann verlor ich die Herrschaft über mein Auto.

Der andere Wagen war absolut unsichtbar, und dann verschwand er.

Der Mopedfahrer, der am Tatort alles miterlebte, hatte der Fahrerin meines PKW aufrichtig erklärt, dass er seiner Zeugungspflicht nachkommen wird.

Hiermit übersende ich Ihnen zwei Rechnungen von meiner Frau und den zwei Kindern, die gestern eingegangen sind.

Zunächst sagte ich der Polizei, ich sei nicht verletzt, aber als ich den Hut abnahm, bemerkte ich den Schädelbruch.
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Stilblüten - 5
Weitere witzige Versicherungsschreiben

Da ich mit meinem Mann nicht mehr zusammenlebe, bitte ich Sie höflichst, ihren zuständigen Vertreter vorbeizuschicken.

Ich bin schwerkrank gewesen und zweimal fast gestorben. Da können sie mir doch wenigstens das halbe Sterbegeld auszahlen.

Das Glas ist kaputt, ich schicke ihnen hier einen Splitter von der Scheibe mit, woran sie sehen könnten, dass sie hin ist, denn sonst wäre sie noch ganz unbeschädigt.

Die Polizisten, die den Unfall aufnahmen, bekamen von meiner Braut alles gezeigt, was sie sehen wollten.

Um den Zusammenstoß zu vermeiden, steuerte ich gegen den anderen Wagen.

Das Pferd lief über die Fahrbahn, ohne sich vorschriftsmäßig zu vergewissern, ob die Straße frei ist.

Ich fuhr rückwärts eine steile Straße hinunter, durchbrach eine Grundstücksmauer und rammte einen Bungalow. Ich konnte mich einfach nicht mehr erinnern, wo das Bremspedal angebracht ist.

Ich brauche keine Lebensversicherung. Ich möchte, dass alle richtig traurig sind, wenn ich einmal sterbe.

Ich bin vom Beruf Schweißer. Ihr Computer hat an der falschen Stelle gespart und meinem Beruf das „w“ weggelassen.

Dummerweise stieß ich mit dem Fußgänger zusammen. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert und bedauerte dies sehr.

Ich musste ihn leider aufs Korn, d.h. auf den Kühler nehmen. Dann fegte ich ihn seitlich über die Windschutzscheibe ab.

Ich sah ein trauriges Gesicht langsam vorüberschweben, dann schlug der Herr auf dem Dach meines Wagens auf.

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Ansichtssache
Eines Tages nahm ein Vater einer sehr reichen Familie seinen Sohn mit auf eine Reise aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arm Leute sein können.

Sie verbrachten einige Tage und Nächte auf der Farm einer sehr armen Familie.
Auf der Rückreise fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war die Reise?“
„Sie war grossartig, Vater.“
„Hast du gesehen, wie arm Leute sein können?“
„Oh ja,“ sagte der Sohn.
„Also, was hast du gelernt von dieser Reise?“ fragte der Vater.

Der Sohn antwortete: „Ich sah, dass wir einen Hund haben, und sie haben vier. Wir haben einen Swimming Pool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen Fluss, der kein Ende hat. Wir haben importierte Laternen in unserem Garten, und für sie leuchten Sterne in der Nacht. Unser Innenhof reicht bis zur Vorderseite unseres Gartens, und sie haben den ganzen Horizont.
Wir haben ein kleines Stück Land, auf dem wir leben, und sie haben Felder, die weiter reichen, als wir sehen können. Wir haben Diener, die uns bedienen; sie aber versorgen andere. Wir kaufen unser Essen, sie aber bauen ihres an. Wir haben Mauern um unseren Besitz herum, die uns beschützen; sie haben Freunde, die sie beschützen.

Als er dies hörte, war der Vater sprachlos. Dann fügte sein Sohn hinzu: „Doch danke, Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind.“

(Unbekannt)
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Es war einmal unter dem Schreibtisch...
Gertruds erste Erfahrung mit der Frömmigkeit von Erwachsenen war nicht die überzeugendste. Sie war sechs Jahre alt. Ihre Mutter war nicht zu Hause, so dass ihre Tante wieder einmal sie und ihre Geschwister hütete.
Gertruds Tante war eine sehr fromme Frau, die immer vom Herrgott sprach und für das Nichtbefolgen von ihren Anordnungen stets mit Strafen dieses Herrgotts drohte.
Als etwas ganz Heiliges betrachtete sie Brot, das für sie das Symbol für Nahrung schlechthin war und das man deshalb hoch in Ehren halten sollte. Sie hatte harte Zeiten durchgemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste ihre Mutter (ihr Vater war gestorben, als sie etwa zehn Jahre alt war) sieben Kinder auf einem kleinen Bauernhof grossziehen. Gertruds Tante musste deshalb schon als junges Mädchen in eine Papierfabrik Geld verdienen gehen und so mithelfen, die Familie durchzubringen. Sie erzählte stets Geschichten aus der Bibel; von der wunderbaren Brotvermehrung (mit der sie die Kinder sehr beeindruckte); vom Brot, das es vom Himmel regnete (auch dies eine gern gehörte Geschichte) und sie versuchte ihnen die Heiligkeit der Hostie zu erklären; des Brotes, das sie mehrmals pro Woche in der Kirche empfing.
Gertruds Eltern hatten einen Schreibtisch, wie man ihn zu jener Zeit oft sah: ein schweres Ungetüm, das rechts oben eine Schublade und unten ein Türchen mit Vaters Büromaterial hatte, links sechs Schubladen (genau für jedes Kind eine; der einzige Platz im Haus, den die Kinder für ihre persönlichen Sachen zur Verfügung hatten) und in der Mitte eine grosse Schublade, wo sich jeweils alle Rechnungen und die von den Kindern heiss geliebten Stempel befanden. Unter dieser Schublade war freier Raum, der hinten begrenzt war durch die Wand, an der der Schreibtisch stand.
Dieses Plätzchen war einer von Gertruds Lieblingsorten, an dem sie als kleines Mädchen viel Zeit verbrachte - ausser wenn ihr Vater die sieben-, die halbeins- oder die halb-sieben-Uhr-Nachrichten oder den Sepp Renggli hören wollte. Dann setzte er sich vor das grosse Radio, das auf dem Schreibtisch stand, und Gertruds Refugium war besetzt.
An jenem Tag hatte Gertrud ihrer siebenjährigen Schwester ausnahmsweise erlaubt, in ihr Versteck zu kommen. Zu zweit machten sie sich einen Spass daraus, den Rufen ihrer Tante, die sie stets mit Arbeit versorgen wollte, nicht zu antworten. Gertruds Schwester hatte ein Stück Brot in der einen Hand und eine Schere in der anderen und begann, das Brot zu zerschneiden. Zuerst in der Mitte, dann in immer kleinere Teile. Gertrud erschrak. „Wenn das unsere Tante sieht. Die schimpft schön!“ „Ach was, das macht doch nichts.“ „Doch, das ist das Schlimmste; das ist schlimmer als...“ - sie musste eine Weile überlegen – „...als wenn ich meine Strumpfhose zerschneiden würde.“ „Sicher nicht.“ „Ganz sicher.“
Gertrud war vollkommen überzeugt. Sie nahm die Schere und schnitt ein Loch in ihre einzige wollene Strumpfhose (die sie sowieso hasste, weil sie so sehr kratzte). Genau beim Knie; ein Loch von etwa einem Zentimeter Durchmesser. Jetzt erschrak Gertruds Schwester. „Was hast du gemacht! Ich sag es unserer Tante.“ „Sag’s doch, dann sag ich das mit dem Brot, das ist viel schlimmer.“ „Ist es nicht.“ „Ist es ganz sicher!“
Gertrud war immer noch fest davon überzeugt, dass sie im Recht war. Mutig trat sie aus dem sicheren Versteck hervor und rief: „Tante, komm schnell, sie hat Brot kaputt gemacht!“ „Und sie hat die Strumpfhose kaputt gemacht!“
Was dann folgte, war für ein kleines, gutgläubiges Mädchen wie Gertrud vollkommen unverständlich. Noch heute erinnert sie sich an den Schmerz in ihrer Brust; die grenzenlose Enttäuschung, die sie verspürte ob der Ungerechtigkeit, die ihr nun wiederfuhr. Ihre Tante beschimpfte sie fürchterlich und jammerte, wieviel ihrer kostbaren Zeit es nun kosten würde, dieses Loch zu stopfen und wieviel Wolle und woher sie die nun wieder nehmen solle. Gertruds „Aber das Brot...“ nahm sie gar nicht zur Kenntnis. Die Schwester bedachte sie mit einem triumphierenden „Siehst du!“ (für das Gertrud sie noch jahrelang hasste) - sie wurde mit keinem Wort getadelt.
Auf dieses Fundament musste Gertrud ihren christlichen Glauben bauen.
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Stilblüten - 4
Die folgenden Zitate stammen aus einer Sammlung der „Schweizerischen Mobiliar“. Es handelt sich dabei um schriftliche Stellungsnahmen von Versicherungsnehmern und Versicherungsnehmerinnen.

Es hatte zwischenzeitlich geschneit. Die Fahrbahn war dadurch an einigen Stellen rutschig geworden. Ich wollte den Wagen abbremsen. Ich habe gekämpft wie ich nur konnte, aber es half nichts. Prallte gegen die Zaunmauer und wurde unbewusst. Aus war es mit meiner Gesinnung.

Wer mir die Geldbörse gestohlen hat, kann ich nicht sagen, weil aus meiner Verwandtschaft niemand in der Nähe war.

Ich fuhr durch die Au. Plötzlich kamen von links und rechts mehrere Fahrzeuge. Ich wusste nicht mehr wohin, dann krachte es vorne und hinten.

Ihre Argumente sind wirklich schwach. Für solche Ausreden müssen Sie schon einen Dümmeren suchen, aber den werden Sie kaum finden.

Mein Sohn hat die Frau nicht umgerannt. Er ist einfach vorbeigerannt. Dabei ist die Frau durch den Luftzug umgefallen.

Dann brannte plötzlich der Weihnachtsbaum. Die Flammen griffen auf den Vorhang über. Mein Mann konnte aber nicht löschen, weil er wie ein Verrückter nur die Hausrat-Police suchte.

Alle Rechnungen, die ich erhalte, bezahle ich niemals sofort, da mir dazu einfach das Geld fehlt. Die Rechnungen werden vielmehr in eine grosse Trommel geschüttet, aus der ich Anfang des Monats mit verbundenen Augen drei Rechnungen herausziehe. Diese Rechnungen bezahle ich dann sofort. Ich bitte Sie zu warten, bis das grosse Los Sie getroffen hat.
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Vielleicht
Ein Bauer, sein Sohn und ein Pferd rackerten sich redlich auf ihrem kleinen Gütlein ab.
Eines Tages entlief das Pferd, auf welches sie bei der Arbeit angewiesen waren. Allgemeines Bedauern: „Welch ein Unglück, der arme Tropf!“ „Vielleicht“, sagte dazu ganz ruhig der Bauer.
Und wirklich, nach einigen Tagen kam das Pferd, es war eine Stute, mit einem feurigen Hengst zurück. Nun hatte der Bauer zwei Pferde. „Welch ein Glück!“ meinten nun alle. Doch der Bauer sagte bloss: „Vielleicht.“
Nach einigen Monaten stürzte der Sohn vom Pferd und verletzte sich schwer. Erneut allgemeines Bedauern: „Welch ein Pech!“ „Vielleicht,“ kommentierte ganz gelassen der Bauer.
Einige Jahre später brach ein Krieg aus. Alle jungen Männer wurden eingezogen. Nur der hinkende Sohn blieb daheim. „Welch ein Glück!“ „Vielleicht,“ war wiederum die einzige Reaktion des Bauern.

(Aus Chassidischen Schriften)
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Stilblüten - 2
Die folgenden Zitate stammen aus einer Sammlung der „Schweizerischen Mobiliar“ (Versicherung), die zur Zeit daraus Spots für eine Werbekampagne gestaltet.
Sie sind allesamt schriftliche Äußerungen von Versicherungsnehmer(inne)n!


Schon bevor ich ihn anfuhr, war ich davon überzeugt, dass dieser alte Mann nie die andere Strassenseite erreichen würde.

Da sich der Fussgänger nicht entscheiden konnte, nach welcher Seite er rennen sollte, fuhr ich oben drüber.

Im hohen Tempo näherte sich mir die Telefonstange. Ich schlug einen Zickzackkurs ein, aber dennoch traf mich die Telefonstange am Kühler.

Ein unsichtbares Fahrzeug kam aus dem Nichts, stiess mit mir zusammen und verschwand dann spurlos.

Nachdem ich vierzig Jahre gefahren war, schlief ich am Lenkrad ein.

Als ich eine Fliege erschlagen wollte, erwischte ich den Telefonmast.

Die Unfallzeugen sich beigeheftet.

Zwischenzeitlich wurde der Gehgips am rechten Arm entfernt.

Ausserdem bin ich vor meinem ersten Unfall und nach meinem letzten unfallfrei gefahren.

Ich überfuhr einen Mann. Er gab seine Schuld zu, da ihm dies schon einmal passiert war.
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Stilblüten
Die folgenden Zitate stammen aus einer Sammlung der „Schweizerischen Mobiliar“ (Versicherung), die zur Zeit daraus Spots für eine Werbekampagne gestaltet.
Sie sind allesamt schriftliche Äußerungen von Versicherungsnehmer(inne)n!


Das Polizeiauto gab mir ein Signal zum Anhalten. Ich fand einen Brückenpfeiler.

Der Fussgänger hatte anscheinend keine Ahnung, in welche Richtung er gehen sollte und so überfuhr ich ihn.

Heute schreibe ich zum ersten und letzten Mal. Wenn sie dann nicht antworten, schreibe ich gleich wieder.

Einnahmen aus der Viehhaltung haben wir keine. Mit dem Tod meines Mannes ging das letzte Rindvieh vom Hof.

Als ich auf die Bremse treten wollte, war diese nicht da.

Mein Auto fuhr einfach geradeaus, was in einer Kurve allgemein zum Verlassen der Strasse führt.

Unsere Autos prallten genau in dem Augenblick zusammen, als sie sich begegneten.

Das andere Auto kollidierte mit dem meinigen, ohne mir vorher seine Absicht mitzuteilen.

Ein Fussgänger kam plötzlich vom Trottoir und verschwand dann wortlos unter meinem Wagen.

Ich habe so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein geliebter Mann wäre überhaupt nicht gestorben.

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Neulich, in der Küche...
„Schau, Turtok hat einen Level!“ „Oh nein, jetzt bin ich vergiftet, ich habe keine Chance mehr!“ „Ich würde mal etwas Besseres einsetzen!“ „Schau, jetzt habe ich gute Pokémon; Level zwei. Mega!“
Gertrud hatte sich mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, dass eines dieser kleinen Kästchen in ihr Haus käme. Diese piepsenden Dinger, in die die Kids von heute zu allen Gelegenheiten hineinglotzen: beim Zugfahren, beim Essen im Restaurant, auf der Strasse,... furchtbar. Und doch hatte auch sie sich ergeben müssen. Hatte das Geschenk vom Paten und von der Patin, die ihrem Patenjungen seinen einzigen Wunsch erfüllen wollten, nicht mehr zurückgeben können. Und kämpfte nun darum, dass die von ihr aufgestellten Benutzungsregeln eingehalten wurden.
Nun hatte ihr Sohn eine halbe Stunde Spielzeit zugestanden. Sie war in der Küche und hörte seine und seines Nachbarjungens Kommentare. Das Spiel schien immer aufregender zu werden, und sie wurden so laut, dass Gertrud sie zu mehr Ruhe anhalten musste.
Sie hatte fest daran geglaubt, dass sie tolerant bleiben könnte gegenüber der jüngeren Generation, auch wenn die noch so ausgefallene Ideen haben würden. Sie hatte sich vorgenommen zu versuchen, Neues aus der Sicht der Jüngeren zu sehen und es zu akzeptieren. Wie hatte sie sich über ihre Eltern genervt, als die ihr verbieten wollten, mit Papas Militärhemd und einer seiner Krawatten zur Schule zu gehen. Da war doch nun wirklich nichts dabei. Das sah doch wirklich gut aus und schliesslich trugen dies fast alle ihre Kolleginnen, ausser denen, die sie doof fanden. Nein, sie würde immer versuchen, ihre Kinder zu verstehen. Diese Intoleranz von Eltern....
Und mit diesem Spielzeug hatte sie sich wirklich bemüht. Hatte sich hingesetzt, ihrem Sohn zuerst über die Schulter geguckt, sich es dann von ihm erklären lassen - doch bei aller Mühe: Sie checkte es einfach nicht. Immer wieder brachte sie die Figuren durcheinander (wie konnte man sich aber auch über hundertfünfzig dieser ungewohnten Namen merken), brachte ständig die „Weiterentwicklungen“ durcheinander und konnte partout keine Logik in den Spielstrategien finden.
„Kann ich etwas dafür, wenn du so eine schlechte Attacke hast?“ „Ich habe noch ein Dreierlevel.“ „Scheisse, ich kann nicht davonlaufen!“ „Dann musst du Turtok einsetzen, dann kannst du davonlaufen. Scheisse, jetzt bist du besiegt.“ „Wo ist Schädelbombe?“
Das war nun wirklich zuviel. Gertrud konnte sich nicht mehr beherrschen: “So ein Scheiss-Spiel! Sofort hört ihr jetzt auf und geht nach draussen spielen. Das ist ja nicht zum Anhören. Wie kann man seine Freizeit so vergeuden!“ „Aber Mami, es ist doch noch gar nicht halb fünf! Und gerade jetzt, wo ich so gute Pokémon habe und den Weg auswendig weiss!“ „Das ist mir egal. Raus jetzt.“
Sie riss das Ding an sich und die Buben trotteten hängenden Kopfes hinaus. Ihr Sohn hatte zwar Recht; schliesslich mussten die Kinder sich jeweils auch an abgemachte Zeiten halten. Doch bei aller Toleranz: Dies war nun wirklich etwas anderes!
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Neulich im Supermarkt...
(Diese Geschichte ist frei erfunden; Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und tatsächlich existierenden Plätzen sind rein zufällig.)

Fünfzehn Prozent Rabatt. Auf alle Artikel. Das durfte Gertrud sich nicht entgehen lassen. Da der Supermarkt, der dieses Sparangebot anlässlich eines Jubiläums offerierte, schon um acht Uhr morgens seine Türen öffnete, ihr Jüngster aber jeweils erst um acht das Haus verliess, musste sie organisieren, dass er während einer Viertelstunde bei jemandem warten konnte. Die Nachbarin wollte sich das Angebot auch nicht entgehen lassen und hatte ihre allein stehende Mutter zu sich beordert und sie beauftragt, ihre Kinder in die Schule zu schicken und auf die Kleinste aufzupassen. Gertrud versuchte es weiter. Bei der dritten Nachbarin klappte es. Als Gegenleistung durfte sie eine lange Einkaufsliste zur Erledigung entgegen nehmen.
Im Städtchen war der Verkehr vollständig zusammengebrochen. Alle Strassen, die zum Supermarkt führten, waren verstopft, die Autos stauten sich durch die ganze Stadt. Mehr als eine halbe Stunde lang steckte Gertrud in diesem Chaos. Sie bemerkte zum Glück gerade noch rechtzeitig, dass das näher gelegene der beiden Parkhäuser voll war und sich eine Riesenkolonne gebildet hatte vor der Ticketschranke. Also nahm sie das andere Parkhaus, das normalerweise immer mindestens halb leer stand. Heute war es beinahe voll. (Aha, dieser Fall war also berücksichtigt worden beim Planen der Parkhausgrösse.) Nachdem Gertrud endlich parkiert hatte, stellte sich das nächste Problem: es hatte keine freien Einkaufswagen mehr. Angesichts ihrer beiden grossen Einkaufslisten kam ein Körbchen nicht in Frage. Und was jetzt? Glücklicherweise schnappte sie auf, dass auf der untersten Etage des Parkhauses noch ein paar Wagen ständen. Ohne das Handicap, eines oder mehrere Kleinkinder mitschleppen zu müssen, erwischte sie den zweitletzten.
Noch nie hatte Gertrud etwas Vergleichbares gesehen wie das, was sich im Supermarkt abspielte: In allen Längsgängen hatten sich Kolonnen von der Kasse bis nach ganz hinten gebildet - undurchdringbare Mauern, bestehend aus Menschen (ja, Menschen) mit verbissenen Gesichtsausdrücken, ihren Platz verteidigend, keinen Zentimeter zu weichen bereit. Bald gab auch Gertrud es auf, mit dem Einkaufswagen wie gewohnt von Regal zu Regal fahren zu wollen. Sie machte es wie alle anderen: sie reihte sich an das Ende einer Mauer ein und startete von dort aus ihre Eroberungszüge.
Man hatte auch an Hilfspersonal gedacht. Gertrud orderte beispielsweise bei einem der Fräuleins, die extra dafür angestellt worden waren, drei Kilo Zucker und zwei Kilo Dinkelmehl und hatte die Artikel kurze Zeit später in ihrem Wagen. Die Socken und Unterhosen für ihre Kinder wollte sie selbst aussuchen und bat deshalb ihre Wagennachbarin, auf ihre Sachen aufzupassen. Dafür musste sie nachher deren zwei prall gefüllten Wagen zehn Minuten lang dem Ziel Kasse Zentimeter um Zentimeter näher bringen. Die Kolonnennachbarin hatte sich nämlich in der Bastelabteilung ein Seidenmal-Starterset ansehen wollen. Sie hatte sich schliesslich dafür entschieden und konnte auch Gertrud zu einem Kauf überzeugen - zu diesem Preis würde sie es notfalls auch verschenken können.
Nach fast einer Stunde war sie an der Kasse angelangt. Dort verstaute Hilfspersonal (wie in Supermärkten jenseits des grossen Teiches) alle Artikel in Säcke und die Säcke im Einkaufswagen. Wie eine Königin nahm Gertrud den gefüllten Wagen in Empfang. Mit drei Kolleginnen, die sie doch tatsächlich im Gedränge getroffen hatte, hatte sie sich im Supermarkt-Restaurant verabredet. Den Kaffee und das Tortenstück (beides zum Jubiläumspreis) hatten sie sich nun wirklich verdient. Vor Gertrud behauptete eine ältere Frau, die Werbung in der Zeitung hätte den Kaffee und die Torte für zusammen 75 Rappen versprochen. Ihr tat die Frau Leid – doch obwohl sie sicher war, dass es eindeutig je 75 Rappen geheissen hatte, mischte sie sich nicht ein und wechselte die Kasse. Sie und ihre Kolleginnen berichteten noch eine Weile von ihren Einkaufserlebnissen. Am Parkgebührenautomat traf Gertrud dann fast der Schlag. War das wirklich möglich?
Erschöpft daheim angekommen wollte sie den Lohn für ihre Bemühungen in Zahlen sehen. Fr. 28.40 hatte sie gespart, abzüglich Fr. 5.- für das Parkhaus und Fr. 1.50 für Kaffee und Kuchen. Na ja...
Ob Gertrud jemals mit Seidenmalen beginnen wird?
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Neulich nach der Schule...
Gertrud liest gerne. Sie liebt Krimis, in denen keine Innereien vorkommen und der Autor sie bis zum Schluss auf falschen Fährten herumirren lässt. Sie liebt leicht philosophische Literatur, mit Betonung auf leicht. Sie liebt schöne, nicht zu banale Liebesgeschichten - und zwischendurch hat sie dann das Gefühl, dass es wieder mal Zeit wäre für ein Sachbuch. Im Moment ist eines der Sachgebiete, auf dem sie in manch einer nervenaufreibenden Situation grossen Fortbildungsbedarf verspürt, die Kindererziehung. Verständlich, dass sie da ein Titel wie „Die Sprachen der Liebe - Für Kinder“ magisch anzieht.
Ja, das Buch gefällt Gertrud. Es erscheint ihr logisch, dass nicht jedes Kind auf dieselbe Art von Liebesbezeugung anspricht. Die Autoren beschreiben fünf Liebessprachen, in denen man zu seinen Sprösslingen reden sollte, wobei eine ganz speziell ankomme. Für das eine Kind sei es am wichtigsten, dass es ab und zu beschenkt werde, das andere wolle gelobt werden, ein anderes möchte nichts weiteres, als dass man ein wenig Zeit mit ihm verbringe, für wieder ein anderes sei sehr wichtig, dass man ihm helfe, wenn es irgendwo anstehe und der letzte Typ spreche am meisten auf Zärtlichkeiten an. Es werden zu Tränen rührende Lebensgeschichten erzählt, wo nach Entdeckung der wahren Liebessprache aus bockigen, suizidgefährdeten Teenies selbstbewusste, glückliche junge Menschen geworden sind.
Nun geht es also darum herauszufinden, welche Sprache der Liebe Gertruds Kinder sprechen. Schliesslich muss sie wissen, wie sie sie glücklich machen, ihnen ihre Liebe zeigen kann. Sie wartet also, bis der erste ihrer Söhne von der Schule heimkommt und stellt ihm die von den Autoren vorgeschlagene Schlüsselfrage: „Woran merkst du eigentlich, dass ich dich gern habe?“ Verständnisloser Blick, keine Antwort. Na ja, vielleicht war das zu schwierig formuliert für einen Siebenjährigen. Noch ein Versuch. „Sag mir mal, wie ich dir zeigen kann, dass ich dich gern habe.“ „Mami, warum redsch du so komisch? Gäll i goh no ächli go tschutte.“
Das war ja wohl nichts. Nun gut, vielleicht ist er noch zu klein; Gertrud bleibt noch ihr Neunjähriger. Nachdem der sie schon unter der Eingangstüre über die Vorzüge des neuen Computerspiels seines Freundes aufzuklären begonnen hat, beantwortet er ihre Schlüsselfrage mit zwei Gegenfragen: „Gäll, da Spieli wör au geil? Dörf i go compüterle?“
Wahrscheinlich wird es auch nicht schaden, alle Sprachen der Liebe miteinander anzuwenden.
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Abbild und Wirklichkeit
Wir müssen damit rechnen, dass das was wir heute von der Wirklichkeit sehen, nur ein Abbild oder ein Teilaspekt der Wirklichkeit ist.

Der Mond von oben betrachtet
Quelle: Anthony de Mello; Warum der Schäfer jedes Wetter leibt. Weisheitsgeschichten, Herder, 1988, S. 62

Eines Nachts stolperte ein Betrunkener über eine Brücke und stiess mit einem Freund zusammen. Die beiden lehnten sich über das Geländer und schwatzten ein Weile:

„Was ist das da unten?“ fragte plötzlich der Betrunkene.

„Das ist der Mond“, sagte der Freund.

Der Betrunkene blickte noch einmal hin, schüttelte ungläubig den Kopf und sagte: „Okay, Okay! Aber wie zum Teufel bin ich hier hinaufgekommen?“



Wir sehen fast nie die ganze Wirklichkeit. Was wir sehen, ist ihre Spiegelung in Form von Wörtern und Begriffen, die wir uns dann als Wirklichkeit aneignen.

Wir können nicht behaupten, die Niagarafälle zu kennen nur weil wir Niagara-Wasser in einem Eimer gesehen haben.


Wir wünschen Euch, dass Ihr der Wirklichkeit heute ein bisschen näher kommen könnt.

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Neulich vor Weihnachten...
Es geht Weihnachten zu. Wie jedes Jahr ist Gertrud gut dran im Zeitplan zur Beschaffung der Geschenke, mit denen zwei Kinder, ein Ehemann, vier Patenkinder, zwei Grossmütter, zwei Grossväter, zwei Göttis und zwei Gottis versorgt werden müssen.
Am Aufwändigsten findet Gertrud immer die Geschenke für Paten und Grosseltern: jedes Jahr Ideen für neue Geschenke zu finden, die die Kinder möglichst selbstständig erstellen können und zudem dem Beschenkten ein „Das kann ich aber gut gebrauchen“ entlocken – eine grosse Herausforderung, der sich Gertrud aber gerne stellt; sie hat Spass daran. Für den Ehemann hat sie immer eine Geschenksidee und ihre Kinder wissen mittlerweile selbst schon genau, was sie sich wünschen. Da gilt es dann nur noch, sinnvoll zu selektionieren.
Seit ihre Patenkinder schreiben können, fordert sie sie jeweils frühzeitig in einem Brieflein dazu auf, ihr doch mitzuteilen, was sie sich wünschten. Darüber freuen die sich immer, da Kinder bekanntlich gerne Post erhalten. Und die Antwort kommt stets postwendend.
Nun hat also ihr Patenmädchen geschrieben, dass sie sich einen Bodybag wünsche. Gertruds Sohn wünscht sich von der Mutter des Patenmädchens, die Gertruds Schwester und Patin dieses Sohnes ist, eine Sporttasche seiner Lieblingsfussballmannschaft.
Nun kennt Gertrud aber die Garderobe ihrer Nichte nicht so gut, dass sie sich spontan für eine passende Tasche entscheiden könnte, und ihre Schwester ist sich nicht so sicher, um welche Sporttasche es sich genau handelt. Sie finden einen Termin, um sich in der Stadt, die sich etwa in der Mitte der Entfernung ihrer Wohnorte befindet, zu treffen und die Einkäufe miteinander tätigen zu können - damit sich ihrer Kinder Wünsche auch bestimmt erfüllen.
Die Sporttasche ist schnell gefunden: Gertruds Schwester bezahlt sie, lässt sie einpacken und Gertrud nimmt sie gleich mit, damit sie sie ihrem Sohn am Heiligen Abend mit den Worten „Von deinem Gotti“ übergeben kann.
Der Bodybag erfordert schon mehr Geduld. Die Schwestern werden nicht fündig. Gertrud sucht daraufhin erfolglos in der ihrem Wohnort nahe gelegenen Stadt. Ihre Schwester findet endlich in ihrem Wohnort das passende Stück. Da der Bodybag weniger kostet als die Sporttasche, muss sich Gertrud noch ein zusätzliches Geschenk mit dem Wert der Differenz zur Sporttasche ausdenken. Dieses lässt sie ihrer Schwester zukommen, zusammen mit dem Geld für die Tasche, damit diese am Heiligen Abend die beiden Geschenke ihrer Tochter ebenfalls mit den Worten „Von deinem Gotti“ überreichen kann.
Es gibt Momente, da findet Gertrud, dass man sich das Leben einfacher machen könnte.
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Christbäumli Geschenke
Neulich im September...
Dienstag, 11. September 2001.
Infolge diverser Schlag auf Schlag folgender Selbstmordattentate, von einem Team von Terroristen exakt geplant und ausgeführt, werden Tausende von Menschen getötet. Ob es nun fünftausendfünfhundert, sechstausend oder gar sechstausendfünfhundert oder noch mehr sind, wird man vielleicht nie genau feststellen können, da eine exakte Identifizierung der Opfer in den Trümmern der beiden nun in der Skyline von Manhattan fehlenden Türme unmöglich ist.
Die Welt ist geschockt.

Donnerstag, 27. September 2001.
Friedrich Leibacher läuft Amok. Aus einem Bagatellstreit hat sich in ihm eine so zerstörerische Wut entwickelt, dass er knapp vier Minuten lang im Kantonsratssaal des Zuger Regierungsgebäudes mit einem Sturmgewehr wütet und elf Mitglieder des Kantonsrates, drei Mitglieder der Regierung und danach sich selbst tötet (vielleicht wird er erschossen, doch das interessiert niemanden).
Die Schweiz ist geschockt.

Freitag, 28. September 2001.
Gertrud ist auf dem Jahrmarkt. Da sie darauf wartet, bis ihre Kinder fertig sind mit Bähnlifahren, hat sie Zeit, zu beobachten, was am Spielzeugstand nebenan läuft. Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren diskutieren mit ihren Eltern: Nichts anderes wollen sie sich von ihrem Taschengeld kaufen, als genau die Softgun, die jetzt total in ist: die mit den kleinen, gelben Kügelchen mit etwa drei Millimetern Durchmesser, die so schön "fitzen". Die Mütter und Väter rechtfertigen sich: „Ich kann doch nicht nein sagen; es ist ja sein Geld!“ „Schliesslich muss er lernen, wie viel Geld drauf geht, wenn er so einen Mist kauft.“ „Okay, dann kaufst du sie eben; aber wenn ich dich einmal auf einen Menschen zielen sehe, landet die Pistole im Abfall.“ Obwohl man ihr Unbehagen spürt, kann sich keine der Mütter und keiner der Väter durchsetzen: jeder der Jungen trägt stolz eine Pistole nach Hause und übt erste Feuerbewegungen und -geräusche.
Gertrud ist geschockt.
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Gun
Just an illusion...?
Jäh, .... so öppis ! – isch mir jetzt au no niä passiert! Iich ha än Erschiinig. Nei s’isch kei Alters-Erschiinig, sondern ä echti Erschiinig vor mim Aug. Ich muess derzue nid bsunders begabt sii. Ich muess mir nur Ziit und d’Müeh näh, mich uf di angekündigti Erschiinig iizloh. Und so gahts:

Zunächst klicke ich mit der linken Maustaste auf das Bild (sh. ganz unten), damit es auf dem Bildschirm grösser wird.

Jetzt entspannne ich mich und starre 30 – 45 Sekunden auf die 4 kleinen Punkte im Bild.

Nun schaue ich langsam auf eine Wand in meiner Nähe (oder auf eine einfarbige Fläche), die grösser ist als das hier abgebildete Bild.

Jetzt wirst du deinen Augen nicht trauen. Nach wenigen Sekunden erscheint vor deinem Auge langsam ein heller Fleck.

Nun blinzelst Du zwei- dreimal mit den Augen. Du wirst selber Zeuge werden, wie in dem hellen Fleck Dir eine Erscheinung zuteil wird.

Teil uns doch mit, was Du siehst oder WEN du siehst.

Also wir wünschen Dir, dass Du eintauchst in die Geheimnisse dieser Erscheinung. Sicher wirst du auch Freunden davon erzählen. Die werden mit Sicherheit ausrufen: Also, .... so öppis! – ä echti Erschiinig in Wuppenau!

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Illusion?
Neulich, im Zoo...
Mütter wissen, was gut ist für ihre Kinder. Sie wollen nur das Beste für sie, und sie wissen, was das Beste ist.
Wenn die Kinder dauernd im Haus herumhocken und basteln und malen, finden die Mütter, dass ein wenig frische Luft nicht schaden würde und erfinden alles Erdenkliche, um die Kinder ins Freie zu locken. Wenn diese draussen herumstreunen oder nichts anderes als Fussball im Kopf haben, finden die Mütter, dass wieder einmal die feinmotorischen Fähigkeiten gefördert werden sollten. Das viele, wohlüberlegt angeschaffte Spielzeug sollte schliesslich auch wieder einmal benützt werden.
Mütter kämpfen wie Löwinnen, wenn es darum geht, an einer Kleider- oder Spielzeugbörse das Beste für ihre Kinder zu ergattern. Und sie streiten um die besten Plätze, wenn sie ein Kasperlitheater oder sonst eine Vorstellung mit ihren Kindern besuchen.
Es gibt Mütter in allen Abstufungen dieses für-die-Kinder-das-Beste-wollen-Wahns.
Ein Exemplar der höheren Stufe konnte Gertrud kürzlich beobachten. Sie besuchte mit ihren Kindern einen Zoo, wo in einem kleinen Zirkuszelt eine Geschichte mit dem Titel ‚S’Hippi-Gespenstli‘ aufgeführt wurde. Schon die Kulisse, das Gespensterschloss, war für nicht sehr abgebrühte Kinder ein wenig furchteinflössend. Zudem war es anfangs dunkel, und manch ein Kind wartete wohl mit Bangen auf das Erscheinen des Gespenstes (womit man aufgrund des Titels rechnen musste).
Hinter Gertrud sass eine Mutter, die auf ihren etwa vierjährigen Sohn einredete: „Du musst keine Angst haben; Mama hat die Geschichte schon einmal gesehen. Das Gespenst ist ein ganz liebes und wird nur gespielt von einer gewöhnlichen Frau, wie es deine Mama eine ist.“ Gertruds Blick auf den Jungen zeigte, dass er seiner Mama nicht so recht glaubte. Und als das Schauspiel dann losging, hörte Gertrud das erste leise: „Mama, ich habe Angst, gehen wir?“ „Du kannst ja einen Moment wegschauen. Schau doch diese lustigen Leute“. Unaufhörlich beteuerte sie die Harmlosigkeit des Gespenstes und erklärte dem verängstigten Kind die Handlung der Geschichte - während es sich in ihre Jacke verkroch und wimmerte, es wolle hinaus. Sie beschwichtigte es, dass in zehn Minuten Pause sei und man hörte sein Jammern und Schreien jedesmal, wenn sie es dazu aufmunterte, doch schnell einen Blick auf das lustige Gespenst zu werfen.
Rundherum mitleidige Blicke auf das Bübchen und empörte auf die hartnäckige Mutter - zweifellos war sie fest davon überzeugt, dass ein Verpassen dieser Vorstellung schwere Folgen in der Entwicklung ihres Sohnes mit sich tragen würde.
Immerhin konnte Gertrud nach der Pause feststellen, dass die zwei Plätze hinter ihr nicht mehr besetzt waren.
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Gespenst
Neulich, nach den Ferien...
Eigentlich liebt Gertrud die Sonne. Sie geniesst es, sie auf ihrer Haut zu spüren, diese enorme und doch wohldosierte Kraft, die das Leben auf dem Planeten Erde ermöglicht; ihr Licht, das Gertrud morgens aus den Federn holt und nach Perioden nebliger Tage ihr Gemüt wieder erhellt.
Doch sie kennt nicht nur ihre schöne Seite. Zum Glück war es ihr vergönnt, schon in jungen Jahren Ferien in tropischen Breitengraden verbringen zu können. Zum Glück wurde sie rechtzeitig gewarnt vor der viel stärkeren Intensität der Sonnenstrahlen dort und zum Glück nahm sie die Warnungen ernst und schützte sich gebührend. Zum Glück sah sie dann noch ein paar unschöne Beispiele von mit Brandblasen übersäten Dekolletés, nicht mehr so appetitlich anzusehen, und sie hörte von Feriengästen, die den Rest der Ferien im verdunkelten Spitalzimmer zubringen mussten. Kurz: Gertrud wurde sich früh der Gefährlichkeit von Sonnenstrahlen bewusst.
Nun gefallen ihr braungebrannte Beine auch besser als käsig weisse. Aber, die schlimmen Verbrennungen vor Augen, findet sie dann doch, dass es sich nicht lohne, so ein grosses Risiko einzugehen dafür, dass sich ihre Haut ein paar Wochen lang eine Nuance brauner präsentiere. Und zudem ist sie sich der möglichen tödlichen Folgen ungehemmten Sonnenbadens bewusst.
Mit ihrer Familie macht sie am liebsten Badeferien. Vorwiegend der Kinder wegen; die können sich austoben und Gertrud und ihr Mann sich entspannen, und alle sind zufrieden. Sie bevorzugen dafür die Frühlings- und die Herbstzeit; da müssen sie sich nicht so stark dem Sonnenschutz widmen. Die Haut wird mit einer wasserfesten Sonnencrème mit tageslanger Wirkung versehen, und jeder setzt sich ein Käppli auf. Und ‚gsönnelet‘ wird vorwiegend im Schatten. So verbringen sie ihre Ferien und kommen glücklich und entspannt zurück.
Und dann begegnet sie ihnen. Diesen bestimmten Bekannten. Sie spürt, wie sich ihr Körper anzuspannen beginnt und wartet auf sie, die Frage, die unweigerlich kommen wird: „Waren die Ferien nicht schön? Du bist gar nicht braun.“
Die Frage und der mitleidige Gesichtsausdruck ihres Gegenübers wecken in Gertrud ein sehr intensives Gefühl, das wohl am ehesten mit Wut bezeichnet werden kann. Anfangs glaubte sie sich jeweils noch rechtfertigen zu müssen; sie schütze sich eben vor der Sonne. Doch nun schweigt sie ob der Dummheit der Frage und hofft für die Mitleidigen, dass sie vielleicht irgendwann erkennen werden, dass es nicht Frustration wegen ihrer (zum Glück noch) hellen Haut ist, die Gertrud sprachlos macht...
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Sonne
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